2004: Flugzeugabstürze, Schiffskatastrophen und Überschwemmungen gefährden die Weltbevölkerung. In einer kleinen Kirche in Venedig »weint« die Jungfrau eines Altarbildes blutige Tränen und prophezeit eine neue Sintflut. Sind das die Vorboten einer gigantischen Klimaveränderung? Doch wie sind andere seltsame Vorkommnisse zu erklären, wie der komaähnliche Schlaf, in den zwei Astronauten gefallen sind? Die Wissenschaftler Brian Saint-Clair und Suzannah Shane sollen den Phänomenen auf den Grund gehen und entdecken ein ungeheures Experiment, das nicht nur ihr Leben bedroht ...
EAN:
206004090945
Information
Lieblingslisten werden geladen...
Information
Lieblingsliste auswählen
Wollen Sie das Produkt zu einer neuen Liste oder zu einer bestehenden Liste hinzufügen?
Lieblingsliste erstellen
Bitte geben Sie einen Namen für die neue Liste an:
Unsere Empfehlung für Sie: Die Bruderschaft Christi
Socorro County, New Mexico Die Frau hetzte durch den beginnenden Morgen, ihre Füße waren von blutigen Schrammen übersät, und Schweißtropfen rannen ihr über die Stirn. Ihr Brustkorb hob und senkte sich im rasenden Takt der Angst und der Erschöpfung. Ihre Lunge schmerzte, und Tränen liefen ihr über die alabasterfarbenen Wangen. Alles Blut war aus ihrem Gesicht gewichen. Sie war auf der Flucht und wusste weder aus noch ein. Nur mit einem Nachthemd und einem Morgenmantel bekleidet, ohne Schuhe und Strümpfe hastete sie durch das Wäldchen. Mit jedem Schritt entfernte sie sich weiter von dem Ort des Grauens. Die Kälte des Oktobertags spürte sie nicht, sie hatte nur ein Ziel: Entkommen! Bestimmt waren die Kerle in den schwarzen Anzügen längst hinter ihr her. Sie wusste, dass in der Nähe eine Straße durch das sandige Tal fuhren musste, nur wo genau sie verlief, das wusste sie nicht. So sehr sie sich auch zu konzentrieren versuchte, immer wieder wurden ihre Gedanken durch grellfarbene Explosionen in ihrem Kopf durchbrochen. Vielleicht wäre es das Beste, sich einfach auf den Boden zu legen und auf den Tod zu warten. Den Tod, der einer Erlösung für sie gleichkommen würde. Doch sie lehnte sich mit aller Macht gegen die innere Müdigkeit auf. Sie musste es einfach schaffen, nur so würde die Welt von den Grausamkeiten erfahren, die man ihr angetan hatte. Sie verharrte eine Weile und schaute hinunter ins Tal. Insgeheim hoffte sie, dass ein Scheinwerferlicht den wabernden Nebel durchdringen und ihr den weiteren Weg weisen würde. Doch sie hoffte vergebens. Allein die Nebelschwaden zogen an ihr vorüber, und durch den jungen Tag hallte das Gezwitscher der Vögel, das bald durch ein anderes Geräusch überlagert wurde - ein bedrohliches Brummen, das unaufhaltsam näher kam. Eine Woge des Schmerzes überflutete ihren Kopf. Sie presste die Hände gegen die Schläfen. Der Schmerz verzog sich so plötzlich, wie er gekommen war. Sie tastete über ihre kurz geschorenen Haare. Salzige Tränen liefen ihr über die Lippen. Sie hätte am liebsten geschrien, aber der Laut blieb ihr im Hals stecken. Wallende Locken hatten ihr bis über die Schultern gereicht, und sie war immer stolz auf ihre Haarpracht gewesen, doch nun waren nicht viel mehr als einen Zentimeter lange Stoppeln übrig geblieben. Lange Haare seien unpraktisch, hatten die Männer gesagt, bevor sie ihr mit der Schere die Locken kurzerhand abgeschnitten hatten. Seither hatte sie keinen Blick mehr in einen Spiegel geworfen. Das Brummen entfernte sich, nahm eine andere Richtung. Sie atmete auf. Dann hetzte sie den Abhang hinunter, rannte über sandigen Boden, bevor sie erneut in ein Wäldchen eintauchte und eins mit den dichten Nebelschwaden wurde.
Kennedy Space Center, Florida Die Vorbereitungen waren abgeschlossen. Die dampfende Trägerrakete vom Typ Delta IV im Startgerüst des Kennedy Space Center war startbereit. Die große Digitaluhr über der Videoleinwand im Kontrollzentrum zeigte noch drei Minuten bis zum Start, und die Augen der Mitarbeiter waren gebannt auf ihre Terminals gerichtet. Der Flightcommander hatte die grüne Lampe aktiviert. Alle Systeme arbeiteten innerhalb der Norm. Commander Nicolas Leach beobachtete argwöhnisch das Kontrollpaneel und schickte leise ein letztes Stoßgebet gen Himmel. Die Auslastung des Startgewichts lag im Grenzbereich, aber der verantwortliche Ingenieur hatte seine Bedenken mit einem Wink beiseitegeschoben. »Wenn wir wollen, dann schießen wir Ihnen ein ganzes Hochhaus in den Himmel«, hatte er gesagt, bevor er hinter seinem Kontrollpult Platz genommen hatte. Im gesicherten und abgeschirmten Nutzlastcontainer der ersten Delta-Stufe befand sich eine wertvolle Fracht. Mit knapp 2,7 Tonnen war der Satellit mit dem geheimnisvollen Namen Prophet l um knapp 400 Kilogramm schwerer geworden als ursprünglich geplant. Dies lag an der extrem leistungsfähigen Stromquelle, die nachträglich in den Flugkörper eingebaut worden war. Der Satellit, der zu einer Reihe von künstlichen Himmelskörpern gehörte, die in den nächsten Wochen der Nummer l folgen sollten, war Bestandteil eines Navy-Projekts, das zur Verbesserung der Überwachung der südöstlichen Pazifikregion diente. Nördlich des zwanzigsten Breitengrades sollte Prophet l etwas mehr als 200 Kilometer vor der Küste des Kontinents in geostationärer Position verankert werden. Für die erfahrenen und routinierten Techniker auf Cape Canaveral stellte dieser Raketenstart nicht viel mehr dar als eine weitere Mission in ihrem prall gefüllten Terminkalender, doch für Commander Nicolas Leach war er die Krönung seines Lebenswerks. Knapp eine Milliarde US-Dollar und zwanzig Jahre intensiver Forschung standen auf dem Spiel, und angesichts des Sparkurses, der ihnen verordnet worden war, konnte jeder Fehler das plötzliche und jähe Ende seiner Bemühungen bedeuten. Nicht allein deshalb kribbelten Nicolas Leach die Finger. Ihm standen dicke Schweißperlen auf der Stirn.
Highway 60, Socorro County, New Mexico Gene Morgan hatte ein gutes Gefühl, als er mit seinem Laster über den Highway 60 von Magdalena nach Socorro donnerte. Er hatte die Interstate 40 bei Chambers verlassen, weil es kurz vor Gallup einen schweren Unfall gegeben hatte, und war über Saint Johns nach Quernado hinuntergefahren. Damit hatte er sich einen großen Umweg erspart, denn die Polizei leitete den Verkehr über die nördlichen Nebenstraßen an der Unfallstelle vorbei, was zu kilometerlangen Staus führte. Der Dieselmotor seines Peterbilt Freewheelers schnurrte vor sich hin, und aus dem Radio erklang gedämpft Country-Musik. Gene war mit Leib und Seele Fernfahrer. Den Truck hatte er sich auf Pump gekauft, doch in den letzten Monaten hatte es nicht an Aufträgen gemangelt. Der Auflieger seines Trucks war randvoll gefüllt mit Fernsehern, DVD-Playern und Digitalrecordern für einen Elektronik-Groß-markt, der in Kürze seine Pforten öffnen würde. Der Auftrag war gut bezahlt, und für den Rückweg nach Houston war bereits die nächste Ladung gebucht. Er wusste, dass er seinen Erfolg im Frachtgeschäft seiner Frau verdankte, denn seit sie die Disposition übernommen hatte, fuhr er immer weiter in die Gewinnzone. Ihm war es egal, was er hinter sich auf der Ladefläche transportierte, Hauptsache, es stank nicht und brachte reichlich Bucks auf sein Bankkonto. Er freute sich auf das Wochenende, wenn er mit Rita nach Del Rio fahren würde, um dort auf dem großen Truckertreffen alte Bekannte wiederzusehen. Das würden ein paar lange und feuchte Nächte werden. Mit den Fingern schlug er auf dem Lenkrad den Takt. Es kam ihm vor, als sei die Musik früher besser gewesen, gefühlvoller, harmonischer, ja, auch eine Spur ehrlicher als der Kram, der heutzutage die Charts rauf und runter dudelte. Es war kurz vor Socorro, als die Frau plötzlich wie aus dem Nichts durch die morgendlichen Nebelfetzen mitten auf seiner Fahrbahn auftauchte. Mit voller Wucht presste er den rechten Fuß auf die Bremse. Die Reifen des Peterbilt kreischten, und der Laster schlitterte über die feuchte Fahrbahn. Fast schien es, als wollte die Rutschpartie kein Ende nehmen. Das Ächzen und Stöhnen des Trucks schmerzte ihm in den Ohren. Eine Sekunde später holperte der Lastzug über den Randstreifen und schlitterte eine kleine Böschung hinunter. Ein erschütternder Schlag beendete die Fahrt, und der Laster knallte gegen einen Baum, wo er schließlich zum Stehen kam. Gene fuhr sich mit der Hand über die Stirn. Es dauerte eine Weile, bis er begriff, was geschehen war. Mit zitternden Knien stieg er aus. Sein Gesicht war kalkweiß. Im morgendlichen Dämmerlicht suchte er mit den Augen die Umgebung ab. Doch niemand war zu sehen. Hatte er sich das alles nur eingebildet? Er hätte schwören können, dass eine Frau in einem hellen Morgenmantel direkt vor ihm auf der Straße gestanden hatte. Ihm wurde flau im Magen. Hatte er sie etwa überfahren? Er trat vor den Laster. Der Rammschutz hatte ihn vor größerem Schaden bewahrt, auch wenn der Baum nahezu entwurzelt war. Aber seine Sorge galt im Moment etwas anderem. Er suchte nach Blut, nach einem Fetzen Stoff, nach einem Hinweis auf die Frau, doch er fand nichts. Das Chrom des Stoßfängers glänzte nahezu unberührt. Erleichtert atmete er auf. Er umrundete den Wagen und fluchte, weil sich die Reifen tief in den sandigen Boden eingegraben hatten. Aus eigener Kraft würde er es nicht schaffen, den Wagen aus dem feuchten Untergrund zu befreien. Langsam ging er zurück zur Straße. Er folgte den frischen Profilspuren der Reifen. Durch die milchigen Nebelfetzen lief er zu der Stelle, an der er die Frau gesehen hatte. Plötzlich hörte er ein leises Wimmern, und ein Schreck durchzuckte seinen Körper. Er hatte nicht geträumt. Die Frau kauerte am Straßenrand und verbarg das Gesicht in den Händen. Das Wimmern verstummte, als er sich näherte. Mit weit aufgerissenen Augen schaute sie auf. »Lady, ist Ihnen etwas passiert?«, fragte er. Die Frau wirkte wie ein Gespenst aus einer anderen Welt. »Kann ich Ihnen helfen?« Sie versuchte sich zu erheben, doch ihre Beine knickten ein. Er sprang hinzu und stützte sie. Behutsam ließ er sie wieder zu Boden gleiten. Irgendetwas stimmte hier nicht. Was tat eine Frau im Morgenmantel, noch dazu ohne Schuhe, weitab von der nächsten Stadt mitten auf der Straße? Er musterte sie, doch außer ein paar Schrammen an Armen und Beinen konnte er keine Verletzung entdecken. »Bleiben Sie hier liegen. Ich hole eine Decke.« Gene wandte sich um, doch die Frau griff nach seinem Arm. Wie eine Ertrinkende krallte sie sich an ihm fest. »Helfen Sie mir! Bitte, gehen Sie nicht!« Ihre Worte waren ein einziges Flehen. »Ich hole nur eine Decke und mein Handy«, erwiderte Gene. »Ihnen muss kalt sein. Außerdem brauchen wir Hilfe. Der Truck steckt im Sand fest.« Noch bevor die Frau antworten konnte, näherte sich ein dunkler Geländewagen und hielt gegenüber am Straßenrand an. Gene Morgan atmete auf. Zwei Männer stiegen aus dem Jeep und rannten über die Straße. Sie trugen dunkle Anzüge und wirkten auf den ersten Blick wie Geschäftsleute, die geradewegs aus ihren hell erleuchteten Büros einer Stadt im Osten kamen. Der Griff der Frau verstärkte sich. Gene musterte die beiden. »Es gab einen Unfall«, stammelte er. »Sie stand plötzlich direkt vor mir auf der Straße.« Der eine Mann - er hatte dunkles, welliges Haar - nickte kurz und gab seinem Begleiter ein Zeichen, woraufhin der andere nach der Frau griff. Gene schaute ihn ungläubig an. Die Frau zuckte zusammen und krallte die Fingernägel schmerzhaft in seinen Arm. Ihr panischer Blick blieb ihm nicht verborgen. »Was soll das?«, protestierte Gene. »Was haben Sie mit ihr vor?«
Ihre Rezension wurde erfolgreich übermittelt Wir freuen uns, dass Sie uns Ihre Meinung zu diesem Produkt geschrieben haben. Ihre Rezension werden wir nach Prüfung schnellstmöglich einstellen.
Hat Ihnen das Schreiben Spaß gemacht? Dann schreiben Sie doch ganz einfach weitere Rezensionen.
Alle gesandten Rezensionen werden das Allgemeineigentum von www.donauland.at.
Ihre Rezensionen werden in der Regel innerhalb von zwei Tagen auf die Detailansicht des Produktes abgelegt.
Wir bitten um Ihr Verständnis, dass Rezensionen, die unsere zehn Rezensionsregeln nicht entsprechen, nicht angezeigt werden.
www.donauland.at behält sich vor, Ihre Rezensionen im Bedarfsfall zu verkürzen oder zu ändern.
Eine Veröffentlichung Ihrer Rezension unter Ihrem Namen wird nicht garantiert.
Es kann auch sein, dass www.donauland.at Ihre Rezension ohne Name veröffentlicht.
Sie gewähren www.donauland.at eine zeitlich und örtlich unbeschränkte und ausschließliche Lizenz zur weiteren Verwendung durch das Veröffentlichen Ihrer Rezension.
Ihre Videorezension wurde erfolgreich übermittelt
Wir freuen uns, dass Sie uns Ihre Meinung zu diesem Produkt mitgeteilt haben.
Ihre Rezension werden wir nach Prüfung schnellstmöglich einstellen.
Hat Ihnen die Produktbewertung Spaß gemacht? Dann senden Sie doch ganz einfach weitere Rezensionenen ein.
Sie können fast alle der gängigen Videoformate hochladen, zum Beispiel: WMV, AVI, MPEG, 3GP, ASF, FLV
und Quicktime MOV.
Ihre Datei darf nicht größer als 100MB sein.
Wir empfehlen eine Länge von ca. fünf Minuten so wie folgende Einstellungen:
MPEG4 mit DivX/Xvid-Kodierung
320x240 Pixel
MP3 Audio (mono)
25 Frames pro Sekunde
Möglichst hohe Bitrate (> 500kBit/s).
Bitte haben Sie Geduld beim Upload. Je nach Verbindungsgeschwindigkeit und Größe ihres
Videos kann dieser Vorgang einige Minuten dauern.
Rezensionsbedingungen
Alle gesandten Rezensionen werden das Allgemeineigentum von www.donauland.at.
Ihre Rezensionen werden in der Regel innerhalb von zwei bis fünf Tagen auf die Detailansicht des Produktes abgelegt.
Wir bitten um Ihr Verständnis, dass Rezensionen, die unsere zehn Rezensionsregeln nicht entsprechen, nicht angezeigt werden.
www.donauland.at behält sich vor, Ihre Rezensionen im Bedarfsfall zu verkürzen oder zu ändern.
Eine Veröffentlichung Ihrer Rezension unter Ihrem Namen wird nicht garantiert.
Es kann auch sein, dass www.donauland.at Ihre Rezension ohne Name veröffentlicht.
Sie gewähren www.donauland.at eine zeitlich und örtlich unbeschränkte und ausschließliche Lizenz zur weiteren Verwendung durch das Veröffentlichen Ihrer Rezension.
Ulrich Hefner, geboren 1961 in Bad Mergentheim, hat neben seiner Laufbahn als Polizeibeamter bereits vier Romane veröffentlicht. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in Lauda, Baden-Württemberg. Er ist u.a. Mitglied in den Autorenvereinigungen »Das Syndikat« und »Die Polizei-Poeten« und Gewinner des eScript Literaturpreises 2002 des ZDF.