Jenseits des Mythos

Autor:
Verfügbarkeit:
Auf Lager.
Veröffentlicht am:
24.04.2020
Artikelnummer:
2035189
  • Produktbeschreibung

    Jenseits des Mythos

    In der Harzer Touristenstadt Wernigerode liegt die Mahn- und Gedenkstätte Veckenstedter Weg, die sich etwas abseits des historischen Stadtkerns zwischen einem Wohn- und Industriegebiet befindet. Sie erinnert an das Buchenwald-Außenkommando "Richard". In diesem Konzentrationslager hielt die SS von März 1943 bis Ende Dezember 1944 permanent zwischen 800 und 1000 Menschen inhaftiert, um die damals in Wernigerode beheimateten Rautal-Werke mit Arbeitskräften für ihre Aluminiumgussproduktion zu versorgen. Auf dem ca. 20 000 Quadratmeter großen Gedenkstättengelände sind noch heute in Gestalt von vier großen Baracken durchaus aussagestarke historische Artefakte dieses Lagers erhalten geblieben. Sie vermitteln in Verbindung mit einem aufgestellten Wachturm und der Stacheldrahteinzäunung einen scheinbar authentischen Eindruck des historischen Ortes. Um einer angemessenen Deutung der Nachgeschichte den Weg zu bereiten, wird zunächst die faktenbasierte Geschichte des Buchenwald-Außenkommandos Richard und seiner roten Kapos rekonstruiert. Es wird zwar auch die Geschichte des Außenkommandos in ihren Grundelementen ausgeleuchtet, um seinen Stellenwert als Ort des NS-Terrors zu bewerten. Der Schwerpunkt liegt indessen darauf, die wahre Rolle der Kapos im Außenkommando Richard zu untersuchen. In diesem Kontext wird mehreren Gewalt-, Denunziations- und Tötungsvorwürfen nachgegangen, mit denen die roten Kapos des Außenkommandos in Verbindung standen. Mit den Erkenntnissen aus der Realgeschichte des Außenkommandos wird im anschließenden Hauptteil der Arbeit zunächst der Blick auf dessen Nachgeschichte zwischen 1945 und 1969 in der Stadt Wernigerode gerichtet. Zwar soll auch der Weg der KZ-Baracken von 1945 bis zum Jahr des Beschlusses zur Gründung einer Gedenkstätte 1969 skizziert werden. Von zentralem Interesse ist jedoch, aufzuschlüsseln, wie sich die Widerstandsgeschichtsschreibung der SED vor der Gedenkstättengründung auf regionaler Ebene konstituierte, um in dieser die Bedeutung des Außenkommandos Richard und seiner kommunistischen Häftlinge zu verorten. Ein zweiter Erzählstrang nähert sich parallel dazu der zweiten Geschichte von Hugo Launickes KZ-Haft zwischen 1945 und 1969 bei den überregionalen Organen der SED-Herrschaft. Denn Launicke war vor der Gedenkstättengründung bei der SED keineswegs als Organisator des Widerstands im Außenkommando bekannt. Vielmehr war sein Verhalten als Kapo bis 1961 Gegenstand mehrerer geheimpolizeilicher Ermittlungsverfahren, deren Verlauf es auszuleuchten gilt. Dies führt zu der Frage, aus welchen Gründen dann in den 1970er-Jahren in Wernigerode eine Gedenkstätte errichtet wurde, die den Widerstand der kommunistischen Häftlinge des Außenkommandos glorifizierte. Die Arbeit skizziert abschließend, wie das Altenheim zwischen 1969 und 1975 in eine der größten Mahn- und Gedenkstätten der DDR umgewandelt wurde und im Nachgang dieses Transformationsprozesses auch Hugo Launicke zu einer Ikone des kommunistischen Widerstands avancierte.
  • Zusatzinformation

    Autor
    Bindung
    Taschenbuch
    Verlag
    Metropol
    ISBN / EAN
    9783863315115
  • Sie könnten auch an folgenden Produkten interessiert sein

    Art.Nr. 799472

    Piper.05184 Timmerberg.Tiger

    10,30
    Art.Nr. 805513

    Ganteführer-Trier,A.:Kubismus.25 J.T.

    10,00
  • 0 Kundenmeinungen

    Vielen Dank für das Interesse an unsere Kundenmeinungen.
    Wir können die Authentizität der Bewertungen nicht prüfen und sicherstellen.

    Schreiben Sie selbst eine Rezension

    Ihre Meinung interessiert uns – und hilft anderen Kunden bei der Auswahl.