Von Viren, Masken und dem neuen politischen Körper

Verfügbarkeit:
Auf Lager.
Veröffentlicht am:
04.09.2021
Artikelnummer:
2457392
  • Produktbeschreibung

    Von Viren, Masken und dem neuen politischen Körper

    Wieso tun sich westliche Gesellschaften trotz sozioökonomischer und technologischer Vorteile besonders schwer, die Covid19-Pandemie zu bewältigen? Verstellen auch soziokulturelle Faktoren einen klaren Blick auf die Pandemie? Erzeugt vielleicht sogar unser gesellschaftliches Selbstverständnis unnötige Problemlagen?»Von Viren, Masken und dem neuen politischen Körper« setzt am Konzept der Maske an und möchte in historischen Testbohrungen zeigen, dass europäische Wissensbestände und kulturelles Selbstverständnis der westlichen Welt die Schutzmasken auf prekäre Weise symbolisch aufladen. Aus einem entscheidenden Werkzeug der Pandemiebekämpfung wird ein Mythos von Verschleierung der Identität, der in der Rede vom Maulkorb nur seinen populistischen Höhepunkt findet. Das in einer Genealogie der Maske geborgene Dispositiv Maske/Gesicht transportiert nicht nur eine Skepsis gegenüber Masken, sondern tradiert auch ein vormodernes Verständnis menschlicher Gemeinschaften: Bis heute aktualisiert dieses Dispositiv rassistische Vorurteile und hält koloniale Denkformen am Leben. Mit der pandemischen Gesellschaft gilt es von diesem kulturellen Erbe Abschied zu nehmen. Wer sich nicht maskieren will, ist nicht modern gewesen.Damit stellt sich zugleich die Herausforderung an die Politische Theorie, einen adäquaten Referenzrahmen für jenen neuartigen Gesellschaftstyp zu entwerfen. Wie lassen sich Viren in eine sozialphilosophische Perspektive integrieren? Da die Pandemie weder reine Naturkatastrophe, noch bloßes Kulturprodukt ist, braucht es eine biopolitische Perspektive auf unsere Gegenwart. Die Pandemie konfrontiert uns mit einer unsichtbaren Tiefenzeit des Infektionsgeschehens und bedarf alternativer Schlüsselkonzepte wie der Immunologie und der Interkorporalität. Darin tritt die Viruszelle als neuer zentraler Akteur auf, die einem Wirt ähnlich die intersubjektiven Beziehungen zersetzt. Neben den direkten, tödlichen und gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Virus äußert sich im Psychokreislauf der im Lockdown isolierten 'Höhlenmenschen' das archaische Zerstörungspotenzial der Katastrophe. Die Höhlenmenschen sind voller Sorge, Angst, von Verlassenheit bedroht und durch ihre Erfahrungsarmut vom Vergessen bedroht. Darin deutet sich die Möglichkeit eines neuen politischen Körpers an, der unser aller Verletzlichkeit anerkennt und den es in der postpandemischen Politiktheorie als eine neue leibliche Verbundenheit zu entwerfen gilt.
  • Zusatzinformation

    Autor
    Bindung
    Taschenbuch
    Verlag
    Turia & Kant
    ISBN / EAN
    9783985140145
  • Sie könnten auch an folgenden Produkten interessiert sein

    Art.Nr. 799472

    Piper.05184 Timmerberg.Tiger

    10,30
    Art.Nr. 805513

    Ganteführer-Trier,A.:Kubismus.25 J.T.

    10,00
  • 0 Kundenmeinungen

    Vielen Dank für das Interesse an unsere Kundenmeinungen.
    Wir können die Authentizität der Bewertungen nicht prüfen und sicherstellen.

    Schreiben Sie selbst eine Rezension

    Ihre Meinung interessiert uns – und hilft anderen Kunden bei der Auswahl.